weiter zur Seite der Deutsche Telekom Stiftung weiter zur Seite von schule-interaktiv/moodle
Startseite Informationen Schüleraustausch Erfahrungsbericht England 2011
Informationen - Schüleraustausch

Schüleraustausch Wendover 2011

Erst einmal vorweg: "towel" ist ein Wort, welches jeder Austauschschüler kennen muss, denn ohne das englische "Handtuch" bist du aufgeschmissen. Es ist definitiv ein äußerst wichtiges Wort, unentbehrlich, und es steht selten in einem Lehrbuch. Unglaublich, nicht wahr?

10. März 2011 Ankunft

Es ist windig und Gift für die Frisur einer jeden Frau. In Fahrgemeinschaften sind wir alle zum Flughafen Altenburg gekommen und mein erster Gedanke ist: Mein Zimmer ist größer. Dennoch sind alle super gelaunt und freuen sich auf England und ihre Gastschüler. Herr Geier verteilt die Flugtickets und allgemeine Unruhe verbreitet sich. Denn bei Ryanair darf man maximal mit 15 Kilo im Koffer fliegen und man hatte sich schon "auf das Nötigste beschränkt". Viele sind knapp an der Grenze zu Übergewicht, aber keiner muss zahlen. Glück gehabt.

Als es fast alle in den Abflugraum geschafft haben kommt Lilith, sich noch den Gürtel anziehend, in den Raum und erzählt uns, dass es Probleme wegen Tara (9/3) und Vlady (9/2) gibt. Beide besitzen keinen deutschen Pass und das Flughafenpersonal kann sie nicht fliegen lassen. Doch fünf Minuten, bevor der Gate schließt, kommt Tara. Allübergreifender Jubel. Doch Vlady und Herr Geier kommen auch nicht, nachdem der Gate offiziell 13:55 Uhr geschlossen wurde. Gegen 2 Uhr kommt Herr Geier, leider ohne Vlady.

"Es gibt Probleme", sagt er, "weil das Visum fehlt. Man hat ihm und seiner Mutter in der Ausländerbehörde eine falsche Auskunft gegeben." Trotzdem soll Vlady nachkommen.

Ankunft London. Kühles Wetter, Wind und gemischte Stimmung. Einerseits Freude über englische Luft, andererseits Unbehagen wegen des Zwischenfalls mit Vlady. Im Bus geht es dann nach Wendover, an die Schule unserer Austauschschüler, wo wir mit Freude erwartet werden. Das Wiedersehen ist super, alle freuen sich und Tränen fließen. Die Gruppe löst sich auf und ich lerne meine Gastfamilie kennen. Sehr nette, hilfsbereite Leute. Mein Englisch ist zwar etwas unübersichtlich und grammatikalisch völliger Stuss, aber sie verstehen mich (meistens). Die Gastgeschenke werden überreicht und nicht nur ich habe das getan. Die Gasteltern konnten sich über Wein, Leipzig-Bücher, Schals und Pralinen freuen. Zum Essen gibt es in jeder Familie etwas Anderes: Toast mit Speck, Spagetti Bolognese oder Yorkshire-Pudding, Fish and Chips oder Chili, was dir den Gaumen abfackelt. Aber die englische Küche ist definitiv nicht schlecht. Ziemlich gut sogar. Und wenn man weiß, dass man am nächsten Tag länger schlafen darf, als man es in Deutschland jemals könnte ohne zu spät zu kommen, kann man noch besser einschlafen.

11. März 2011 Schulbesuch und Wanderung

Am nächsten Morgen trifft man die anderen deutschsprechenden Schüler wieder, worüber sich jeder wie ein Keks freut. Erstmal steht ein Unterrichtstag mit den englischen Schülern an. Alle tragen Schuluniformen in dunkelrot mit schwarzen Hosen und schwarzen Schuhen. Lackierte Nägel sind nicht erlaubt. Ob das besser ist als normale Kleidung, darüber lässt sich streiten.

Wir bekommen selbstgebackene Cookies, Saft und eine Schulführung. Die Schule ist riesig, es gibt mehrere Gebäude sowie zwei Schwimmbecken, eins drinnen, eins draußen. Und jedes Fach hat in einem der vielen Gebäude seinen eigenen Zimmerkomplex.

Danach geht jeder mit seinem Austauschschüler zum Unterricht. Es gibt keine richtigen Klassen, sondern eher Kurse, in jedem Fach ist eine andere Gruppe von Schülern. Die Jungs prügeln sich vor Unterrichtsbeginn mit Stühlen und Stiften, im Unterricht ist es laut, sehr laut sogar. Da fragt man sich, wie man bei diesem Lärmpegel etwas lernen kann. Nach der dritten Stunde gehen wir wandern. Ja, wir gehen WANDERN! Die Gasteltern gaben am Morgen noch hilfreiche Tipps: nimm wasserfeste Handschuhe mit, sing ein Wanderlied und versuche, zu überleben. Wir haben noch Hoffnung, dass die Strecke keinen steileren Winkel als 89° hat und laufen los. Aber eigentlich ist es gar nicht so schlimm. Nach geschätzten 45 Minuten kommen wir auf eine ebene Fläche. Max(9/2) stellt sich mit stolz geschwellter Brust auf einen Punkt und sagt: "Das ist the top of the hill!" Die restliche Gruppe jubelt. Doch Herr Geier zerstört unseren Traum. Er ordnet an: weiter laufen bis zum Denkmal, dem wirklichen top of the hill. Man ergibt sich dem Schicksal und läuft weiter, den Berg hinauf um dann ganz oben seine Brote zu essen. Man merke an: Fast jeder in der Gruppe hat Chips mit - im praktischen Pocket-Format. Ob Pommbären oder Essig-Geschmack, das ist wie bei Jelly Bellys, alles ist dabei. Ob es schmeckt? Das ist Geschmackssache. Es wurde jedenfalls viel mit Lebensmitteln gedealt, Snickers gegen KitKat, Essigchips gegen undefinierbare Würfel mit Käsegeschmack. Am Abend gibt es noch eine kleine Party bei Fay und wir erfahren: Vlady kommt gar nicht mehr, der Versuch, das "Pass-Problem" zu beheben, war leider gescheitert. Einige fangen an, auf Englisch zu denken.

12. März 2011 Oxford

Treffen an der Schule, schicker Bus, auf nach Oxford. Die Stadt des Fahrrads, des Harry Potter Speisesaals und der Universitäten. Erst gibt es eine Stadtführung, dann haben wir Freizeit. Es ist geniales Wetter, wir machen uns auf den Weg zu Kirchen, Universitäten und Fahrrädern. Oxford sieht ganz anders aus als Leipzig: altmodische Häuser, Grünflächen, und einfach so... englisch, eben. Später erfahren wir leider, dass die Harry Potter Halle kurzfristig gebucht wurde, wir können sie deshalb nicht besichtigen. Dafür aber das zugehörige Universitätsgelände mit Kirche, was sehr eindrucksvoll ist, denn in der Kirche ist ein riesiges Glasmalereifenster.

Dann haben wir Freizeit und teilen uns in Gruppen.

Und dann kam Primark. An alle Frauen die das lesen: Primark ist der beste Laden ever! Wir sind für den Rest des Lebens verdorben und wollen nirgendwo mehr einkaufen, weil Primark billig ist und richtig geniale Klamotten hat. Geht zu Primark! Es gibt nur das Problem, dass Primark nicht in Leipzig zu finden ist, aber wenn ihr einen Primark seht, kauft, kauft, KAUFT!

Am Abend sind wir alle zum Bowling gegangen. Aber die Engländer spielen Fake-Bowling! Immer schön die Bande hochklappen. So kann man nämlich nicht verlieren.

13. März 2011 Familientag

Sonntag wird immer in den jeweiligen Familien verbracht. Manche gehen Shoppen, andere zu einer Hundeshow, besuchen eine Burg oder wieder andere fahren nach London um ausführliches Sightseeing zu machen.

14. März 2011 Besuch von London

Mit der S-Bahn geht es nach London, Station Marylebone, welche aber Maarlybone ausgesprochen wird. Wir bekommen Familientickets, Geldsparmaßname, es werden Erwachsene und Kinder eingeteilt. Es sind gleichzeitig unsere U-Bahn Tickets.

In London angekommen hechten wir zur Fähre und machen eine Fahrt auf der Themse. Komischer Weise kann man von der Themse fast alle wichtigen Sehenswürdigkeiten erkennen, beispielsweise den Turm in dem der Big Ben hängt, das London Eye und die Tower Bridge. Es ist strahlendes Wetter und alle sind gut drauf, machen etliche Fotos, amüsieren sich prächtig und haben Spaß an der Freude. Während wir unter der Towerbridge durchfahren, machen Tara und Lilith im Hintergrund Omi-Fotos. Doch irgendwann ist auch die lustigste Fahrt zu Ende und wir machten uns auf, durch die Stadt zu laufen und Sightseeing zu Fuß zu machen. Außerdem standen wir auf dem Nullmeridian, dem Strich, der die Welt in West und Ost trennt. Da keimt Neid auf, hm? Wir alle machen "Ich stehe im Westen und im Osten" - Bilder, "Ich springe über den Nullmeridian" - Bilder und "Ich schreite symbolisch zwischen West und Ost" - Bilder. Außerdem gab es einen Hammer Blick über London. Nach vielen Bildern beginnt die Freizeit. Heute gehen wir nicht zu Primark, heute wird nämlich im Stadtzentrum abgehangen. Bei riesigen Markthallen und Mc Donalds wird die Zeit verbracht, im Theater- und Musicalviertel wird geschlendert. Dann fahren wir zurück nach Wendover. Und die Kalorien die man sich bei Mc Donalds zugeführt hat, werden gleich wieder abtrainiert - beim abendlichen Sprint. Härter als DSDS, extremer als Galileo: der Kampf um einen Sitzplatz in der Rushhour. Der Bahnsteig des entsprechenden Zuges wird erst Minuten vor der Abfahrt bekannt gegeben. Den Sinn versteht keiner so recht, aber kommt die Ziffer, sieht man, wie sich die Massen langsam in Bewegung setzen. Die langsame Bewegung wird nach und nach zu einem Stürmen und jeder rammt so schnell er kann sein Ticket in den Automaten um auf den richtigen Bahnsteig zu gelangen. Also, meine Karte hat nie funktioniert, wenn es drauf ankam. Auch das kommt vor und du musst durch ein separates Tor, welches von einem Mitarbeiter geprüft wird. Und der hat Zeit. Viel Zeit. Und die Gruppe ist weg und du versuchst, nachdem du ihm mittels Pass bewiesen hast, dass du noch ein Kind bist, das Gleis, den Zug und die Gruppe zu finden. Damit ist der Cheeseburger ohne Gurke abtrainiert. Diät á la London. Aber letztendlich waren alle da und sind zu Hause eingeschlafen, und nicht auf einem Bahnhof in Schottland.

15. März 2011 London

Nach dem Besuch der Wachablösung sind wir auf dem Weg durch einen Eichhörnchenpark (St. James´ Park) zum Buckingham Palace. Ich schwöre mir, nicht zu trödeln und mich nicht von den süßen Eichhörnchen ablenken zu lassen, um schnell zu Primark zu kommen. Mein Versuch scheitert daran, dass ich für einen kurzen Moment beschließe, mein Geld nicht bei Primark, sondern für Nüsse auszugeben, um den Eichhörnchen zu helfen. Nach dem Lauf in brütender Hitze schreiten wir zum Buckingham Palace, um dann durch Soho und Chinatown zu laufen. Dann fahren wir mit einem Doppeldecker zur Oxford Street. Zum größten Primark Englands. Im Bus wurden Chöre angestimmt ("Primark, Primark, Primark") und die Spannung stieg, bis wir tatsächlich an PRIMARK vorbeifuhren. Es hieß: Raus aus dem Bus, rein zu Primark und Shoppen. Nach anfänglicher Begeisterung kam - wieso auch nicht - die Ernüchterung. Es war voll wie nirgendwo sonst, überall Menschen und an den Umkleiden war die Hölle los, genauso wie an den Kassen. Alles war voll gestopft, so viele Klamotten und Zeugs, man wird von den Massen regelrecht erschlagen. So viel zum Thema Primark.

Nach diesem Flop erstmal zu Mc Donalds, ein Klo suchen und Souvenirs kaufen. Wir haben vier Stunden Zeit und schlendern die Oxford Street entlang. Die Straße ist echt großartig, viele Geschäfte in riesigen Dimensionen. Das muss man gesehen haben. Echt klasse, aber echt anstrengend.

Zurück geht es wieder mit Schweiß und Ellenbogen.

16. März 2011 Schule und Farewellparty

Wieder ein Schultag, wir sollen in den Deutschunterricht, um zu helfen. Die ersten beiden Klassen lernen: „Was isst du immer, manchmal oder nie?“ Und wir sind die Befragten. Engländer, die Deutsch sprechen, eindrucksvoll aber witzig. Der Dialekt ist herrlich und erfrischend, man muss sich aber zusammenreißen um nicht los zu lachen, das wäre nicht so nett. Mit der letzten Klasse, teilweise besetzt mit unseren Austauschschülern, machen wir einen Dialog über eine Reise, die gebucht werden soll. Wir sind Reisebüroangestellte…

Und am Abend schließlich sitzen wir in einem Pub, mit leckerem Essen und Saft. Wir schwelgen in Erinnerungen. Die Abschlussparty ist auf jeden Fall toll, wenn auch etwas traurig. Wir verabschieden uns und fahren nach Hause, eine letzte Nacht in England.

17. März 2011 Abreise

Es ist äußerst passend, schlechtes Wetter, wenigstens erst jetzt, wo wir abreisen. Einige Abschiedsfotos werden gemacht und dann steigen wir in den Bus und fahren wieder nach Hause, nach Deutschland. Es war definitiv echt super und eine tolle Erfahrung. Noch Tage später habe ich angefangen, ohne Zusammenhang Englisch zu reden. Auf jeden Fall war es richtig schön und ein tolles Programm.

Juliane Katrin Voigt

 
Februar 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 1 2 3 4
Februarferien
Donnerstag, 23.02.2012
00:00 - 23:59
Februarferien
Freitag, 24.02.2012
00:00 - 23:59
Beginn des zweiten Schulhalbjahres (5.-11.)
Montag, 27.02.2012
00:00 - 23:59
Kompetenztest Englisch Klasse 8
Dienstag, 28.02.2012
08:00 -
Kompetenztest Deutsch Klasse 6
Dienstag, 28.02.2012
08:00 -